Antioxidantien

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Viele kennen den Begriff Antioxidantien im Zusammenhang mit freien Radikalen. Inzwischen gibt es sogar Produkte, die mit einer Extraportion Antioxidantien werben. Doch was genau machen diese Moleküle im Körper und wofür, bzw. wogegen helfen sie?

“Antioxidantien wirken im Körper als Radikalfänger, weil sie schädigende Angriffe von freien Radikalen auf Zellstrukturen und Eiweißmoleküle verhindern können. Aufgrund dieser Wirkungsweise können Antioxidantien das Risiko, an Krankheiten wie Arteriosklerose, Rheuma, Asthma oder Krebs zu erkranken, senken”, erklärt Dr. Susanne Finzel, Privatdozentin Universität Hamburg.

Zu den natürlichen Antioxidantien gehören beispielsweise die Vitamine A, C, E oder Selen. Besonders gute Lieferanten für Antioxidantien sind Obst und Gemüse wie z. B. Tomaten, Weintrauben oder Avocados. Antioxidantien werden inzwischen auch in vielen Kosmetikprodukten eingesetzt, da sie dazu beitragen können, den Hautalterungsprozess zu verlangsamen. In Lebensmitteln kommen Antioxidantien zum Einsatz, weil sie Reaktionen mit Luftsauerstoff – wie z. B. das Ranzigwerden – verhindern.

Alkohol, Nikotin, schädliche Umwelteinflüsse oder ganz normale Stoffwechselprodukte sorgen für einen sogenannten “oxidativen Stress”. Dieser Stress zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass einzelnen Molekülen in den Zellen Elektronen entrissen werden. Das Molekül verwandelt sich in ein sogenanntes “freies Radikal”, gerät aus dem Gleichgewicht und versucht benachbarten Molekülen Elektronen zu nehmen, um die eigene Balance wiederherzustellen. Die dadurch entstehende Kettenreaktion, bei der letztlich auch wichtige Zellstrukturen und Eiweißmoleküle angegriffen und geschädigt werden können, zieht zahlreiche Folgen mit sich.

Antioxidantien als “Elektronen-Spender” verhindern diese Kettenreaktion

An dieser Stelle kommen die Antioxidantien zum Einsatz, denn sie sind in der Lage, ein Elektron abzugeben, ohne dabei selbst zum freien Radikal zu werden. Auf diese Weise bringen die Antioxidantien die freien Radikale wieder ins Gleichgewicht und wirken wie Blockaden in einer Reihe von umfallenden Dominosteinchen.

Wo stecken viele Antioxidantien drin?

Obst & Gemüse
Viele Antioxidantien sitzen in oder direkt unter der Schale. Schälen Sie die Früchte deshalb – wenn möglich – nicht. Waschen Sie sie gut unter fließendem Wasser. Dann müssen Sie sich wegen der Hygiene keine Sorgen machen. Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich mit viel Obst und Gemüse ernährt, ist in der Regel auch gut mit Antioxidantien versorgt. Ernährungsexperten empfehlen, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu verzehren. Greifen Sie dabei – soweit möglich – auf Obst und Gemüse der Saison zurück, denn dieses ist besonders frisch sowie reich an Vitaminen und schmeckt einfach köstlich.

Getreide
Die meisten Antioxidantien befinden sich in den Randschichten des Getreidekorns. Bevorzugen Sie daher Getreideprodukte aus dem vollen Korn. Das ist auch für die Versorgung mit Ballaststoffen wichtig.

Kaffee, grüner Tee, Kakao, Schokolade, Rotwein
Kaffee ist von Natur aus reich an Antioxidantien und kann daher helfen, unsere Körperzellen vor freien Radikalen zu schützen. Der maßvolle Genuss von Kaffee ist also nicht nur ausgesprochen lecker, sondern tut auch gut! Genießen Sie auch öfter den milden Geschmack einer heißen Tasse Grüntee oder selbst gemachter heißer Schokolade. Auch ein Stückchen Schokolade, am besten eine mit hohem Kakaoanteil, z. B. Bitterschokolade, darf es ab und zu sein. Denn je höher der Kakaoanteil, umso höher der Anteil an Antioxidantien. Gegen ein Glas Rotwein hin und wieder ist ebenfalls nichts einzuwenden. Denn in Rotwein stecken auch Antioxidantien – und zwar mehr als in Weißwein. Behalten Sie aber bei Wein und Schokolade die Menge im Blick. Tipp: Trinken Sie anstatt Rotwein öfter einmal roten Traubensaft. Dieser enthält ebenfalls Antioxidantien.

Warnung vor “Antioxidantien-Pillen”

Die genaue Wirkung von Antioxidantien auf unsere Gesundheit bleibt noch ungeklärt. Der Weltkrebsforschungsfond rät deshalb davon ab, Nahrungsergänzungsmittel zur Krebsvorsorge zu nehmen. Obst und Gemüse, reich an natürlichen Antioxidantien haben dagegen schon mehrfach ihren Nutzen für die Gesundheit unter Beweis gestellt.

Weiterführende Links zum Thema Antioxidantien:

 

 
 
 

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